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Vom neuen Mut zum alten Melodram – OHRENKNEIFER präsentiert OLD FIREHAND

Diese Rezension wurde unter demselben Titel in den Nachrichten der Karl-May-Gesellschaft Nr. 187, 1. Quartal/März 2016, S. 21-25 veröffentlich. »In der damaligen Qualität mit so guten Sprechern kann man heute keine Hörspiele mehr produzieren. Die Kosten wären viel zu hoch. Damals hatten wir Auflagen um die 200.000 Stück pro Folge, die heutigen Hörspiele erreichen nur selten 10.000.« So äußert sich kein Geringerer als der Schriftsteller und Journalist Hans Gerhard Franciskowsky (1936-2011), der unter seinem bekanntesten Pseudonym »H. G. Francis« nicht nur als Perry-Rhodan-Autor bekannt wurde, sondern auch für die Kinder und Jugendlichen der 1970er, 1980er und 1990er Jahre zum »Vater der Kassettenkinder« wurde. Ich hatte mit dem berühmten Hörspielautor von über 600 kommerziellen Hörspielen vor allem auch für das Studio EUROPA seinerzeit einen leider viel zu kurzen Briefwechsel und der Satz stammt aus einem Brief vom 27. März 2004 . Das Hörspiel war also bereits damals in eine Krise gera...

Reaktionäre Systemdämmerung – James Bond 007: SPECTRE

Quelle SPECTRE – Dieses Wort allein weckt Erinnerungen an eine vergangene Zeit. Als kleiner Junge – das muss so Ende der 1970er Anfang der 1980er Jahre gewesen sein – sah ich meinen ersten James-Bond-Film noch bei einem Nachbarsjungen. Der hatte bereits eines dieser tollen neumodischen Geräte namens ›Videorekorder‹ und nahm damit viele Filme aus dem Fernsehen auf. Ich weiß noch genau, dass meine Eltern darüber berieten, ob ich » James Bond 007: Liebesgrüße aus Moskau « (1963) sehen durfte, denn immerhin rangierte dieser Film damals in der Kategorie »äußerst brutal«. Trotzdem erhielt ich das Plazet und es wurde eine der einschneidendsten Filmerlebnisse meiner Kindheit. Quelle Am Anfang gab es eine Szene, in der ein russischer Agent einen anderen mit einem Würgedraht gnadenlos umbrachte, was mich schockierte und entsetzte, aber auf der anderen Seite zog er den Würgedraht aus einer Armbanduhr! Das wiederum fand ich cool und ich wollte unbedingt auch so ein Teil … Sean Connery (*1930) spi...

Kongressnachlese - 4. Tag: Von Geschlechteroszillationen und dem »phantastischen« Karl May

Der Himmel weinte, als ich an diesem vierten und letzten Kongresstag in meinem Hotelzimmerbett erwachte. Hatten wir an den bisherigen Veranstaltungstagen einen wunderschönen sonnigen Herbst erlebt, regnete es nun leicht und graue Wolken ließen kaum Sonnenlicht hindurch. Ich fühlte mich eigenartig müde und gerädert. Dabei war es doch am gestrigen geselligen Abend gar nicht so spät geworden. Nach meinem Absacker im Plückers war ich noch bis gegen ein Uhr wach gewesen und hatte den letzten Blogeintrag fertiggeschrieben und hochgeladen. Die letzten drei Tage waren wirklich außergewöhnlich, voller wunderbarer Erlebnisse und Begegnungen. Und trotzdem fing ich nun an zu schwächeln?  Aufgrund der Tatsache, dass der Beginn der heutigen Vorträge eine halbe Stunde früher angesiedelt worden war, quälte ich mich früh aus dem Bett, versuchte, unter der Dusche wach zu werden, räumte dann mein Zimmer und bezahlte meine Rechnungen. Nach dem Frühstück begab ich mich wieder in die Kongresshalle und b...

Kongressnachlese - 3. Tag: Von der Kluft zwischen hohem Anspruch und dem Sumpf des Trivialen

Der bisherige Vorstand   Jetzt ist es mittlerweile fast 23 Uhr und ich sitze im Plückers noch am Tresen. Ich sitze dort allein, vor mir ein Dunkles und ein Bushmills. Ich bin müde, so langsam zehrt der Kongress doch ein wenig an meinen Kräften, und denke über den vergangenen Tag nach. Es gab heute eigentlich nur drei Programmpunkte, aber die hatten es gewaltig in sich.  Hartmut Wörner, der neue Geschäftsführer     An erster Stelle war da die Mitgliederversammlung, die mit ihren immerhin sechzehn Tagesordnungspunkten von halb zehn mit einer kurzen Pause bis ein Uhr mittags ging – viel zu lang, wie nicht nur ich fand, dennoch aber in einigen strittigen Punkten sehr notwendig. Einiges nur will ich erwähnen, was mir besonders wichtig erschien.  Der neugewählte Vorstand   Prof. Dr. Claus Roxin Die Karl-May-Gesellschaft hat aktuell derzeit 1659 Mitglieder (Stand September 2015). Ich kann mich schwach erinnern, dass, als ich in den 1990er Jahren in die KMG eintrat...