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Lindwurm

Lindwurm
(in der Art eines Alptraums)

Wenn du in die dunklen Höhlen 
tiefer Drachenschlünde steigst; 
wenn du dann den heißen Atem, 
jenes Feuers glühend spürst;
wenn du selbst vor Angst nur schlotterst,
hilft auch dumpfe, tiefe Wut
kaum und stürzt dich
nur noch tiefer
in Verzweiflung, in Enttäuschung,
in noch größ're Marterpein.

Tief erschüttert durch das Grauen,
bis ins Mark erschrocken bebend,
grauenhaftes Grollen droht;
du dich tief in Felsenritzen
drängst und in den Nischen klemmst;
du als Speise auf dem Teller
jener alten Kreatur
enden sollst und
kaum noch Hoffnung,
kaum noch Glaube in dir wohnt.

Bleibt nur noch die Gegenwehr!
Du stehst auf, befreist dich selbst,
ziehst den scharfen Stahl hervor,
der dir tückisch glänzend wohl
Kraft und Mut zurückgegeben;
Muskeln straffen sich und Arme
heben sich zum Schlag empor;
Knie krümmen sprungbereit,
ölig glänzt gestählte Haut,
festen Schritt's trittst du hervor.

Und der Lindwurm rast und
richtet auf sich, um den Menschen
der dort steht, in Feuer Fleisch
und dorn'ge Schuppen zu verwandeln;
doch du lachst, dann schlägst du grimmig
auf den harten Panzer ein;
du fühlst die Flamme,
fühlst die Schmerzen,
doch dein Schwert sitzt tief im Herzen
jenes großen alten Feindes.

Verendet ist der große Alte,
verronnen längst das scharfe Blut;
bald schon rostet deine treue Klinge
im Rumpf des Lindwurms stille.
Du bist gestiegen, bist nun wieder
oben an der freien Luft;
du lächelst milde,
steigst zum Bade
in den klaren kühlen Bach;
Labsal der erschöpften Seele!

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